Stadtteil

Wappen der Essener Stadtteile, Johann Rainer Busch 2009. Wappen der Gartenstadt Margarethenhöhe, seit 1905 Stadtteil von Essen: „In Grün eine vierzinnige goldene (gelbe) Bogenmauer; darüber zwei balkenweise silberne (weiße) Margeritenblüten mit goldener (gelber) Butze und darunter im Schildfuß eine Margeritenblüte.“ Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden. Das Wappen ist ein sogenanntes "redendes Wappen"; die Margeriten spielen auf den Namen der Stifterin Margarethe Krupp an. Die Zinnenmauer erinnert an die ehemalige Wehranlage Sommerburg sowie die zum Stadtteil führende Brücke über das Mühlenbachtal und der ehemaligen Bahnstrecke Mülheim-Heißen–Altendorf an der Sommerburgstraße.

Die Margarethenhöhe ist ein südlicher Stadtteil der Stadt Essen. Dessen Kern bildet die Siedlung Margarethenhöhe, die als erste deutsche Gartenstadt gilt.

Die 115 Hektar große, von der Margarethe Krupp-Stiftung verwaltete Siedlung gilt als Beispiel für menschenfreundliches Wohnen. Sie verfügt in 935 Gebäuden über 3092 Wohneinheiten. 50 Hektar der Siedlungsfläche sind als unbebaubares Waldland festgelegt

Das Gebiet gehörte zur Gemarkung Rüttenscheid, die 1905 nach Essen eingemeindet worden war. Die Margarethenhöhe wurde 1906 von Margarethe Krupp anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Bertha gestiftet und ab 1906 bis 1938 von dem Architekten Georg Metzendorf (1874–1934), einem Mitglied des Deutschen Werkbundes, erbaut. Während der Zeit ihrer Errichtung war sie durch einen Regierungserlass von allen Bauvorschriften befreit.

Die ersten Häuser auf der Höhe wurden 1910 fertiggestellt. Zuvor war 1909 eine Brücke über das Borbecker Mühlenbachtal errichtet worden, zur Erschließung und Baustoffversorgung des neuen Geländes und zu seiner Anbindung an die zentralen Siedlungsgebiete Holsterhausen und Rüttenscheid. Die Brücke führte auch über die 1872 eröffnete Bahnstrecke Mülheim-Heißen–Altendorf (Ruhr) mit dem Personenbahnhof Margarethenhöhe (1946 bis 1965). Das Empfangsgebäude wurde später abgerissen und die Bahntrasse stillgelegt und 1999 durch einen Radwanderweg ersetzt.

1924 erhielt die Margarethenhöhe eine katholische Kirche, die im Zweiten Weltkrieg 1944 zerstört wurde. Die heutige katholische Kirche Heilige Familie wurde 1952 eingeweiht; seit 2008 ist sie Gemeindekirche der Pfarrgemeinde St. Antonius.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die in großen Teilen zerstörte Siedlung in ihrer historischen Form wiederhergestellt. 1948 wurde die Margarethenhöhe ein eigenständiger Stadtteil.

Auf dem noch unbebauten Land südlich der ersten Siedlung entstand 1962 bis 1966 und 1971 bis 1980 die Siedlung Margarethenhöhe II. 

Die alte Margarethenhöhe hingegen wurde 1987 unter Denkmalschutz gestellt. Eine vom Ruhr Museum eingerichtete Musterwohnung vergegenwärtigt dem Besucher die ursprüngliche Gestaltung der Wohneinheiten und soll ihm „die wohnkulturelle Bedeutung des Denkmals Margarethenhöhe mit ihren variablen Typengrundrissen auch aus der Innenperspektive sichtbar werden“ lassen.

Zeitweise existierte auf der Margarethenhöhe auch eine kleine Künstlerkolonie, deren bedeutendster Gast der Fotograf Albert Renger-Patzsch war. Diese Kolonie wurde in den 1930er Jahren aufgelöst, nur die Keramikwerkstatt Margarethenhöhe existiert noch. Sie ist nach 1933 in die Zeche Zollverein umgezogen, wo die damalige Gelsenkirchener Bergwerksverein A.G. auf einem Zechengelände Räume zur Verfügung stellte.

Der Heimatforscher Hugo Rieth (1922–2006) war Chronist der Gartenstadt Margarethenhöhe. Seine Veröffentlichungen in Zeitungen und Jahrbüchern belegen seine fundierten historischen Sachkenntnisse, für die ihm zu seinen Lebzeiten Ehrungen zuteilwurden, so unter anderem der Rheinlandtaler und das Bundesverdienstkreuz. Hugo Rieth verfügte über eine umfangreiche Bibliothek mit Dokumenten, Aufzeichnungen und weiteren historisch bedeutungsvollen Belegen, sowie eine umfangreiche Fotosammlung, die heute im Stadtarchiv Essen, der Bürgerschaft Margarethenhöhe und im Essener Luftfahrtarchiv liegt.